Die Rolle des sáen Geschmacks in der Ernährung


Gepostet: 01 Oktober 2016

Sáe ist eine der klassischen fnf "Grundgeschmacksrichtungen", die von den in der Mundhöhle vorhandenen sensorischen Rezeptoren wahrgenommen werden. Die Forschungen der vergangenen Jahrzehnte deuten darauf hin, dass die Vorliebe fr Sáe angeboren ist und von kulturellen und persönlichen Vorlieben beeinflusst wird.

Sáe erhöht die Schmackhaftigkeit zahlreicher Speisen und Getränke und stimuliert die Aufnahme. Um den Verbrauchern die schmackhafte Sáe ihrer Lieblingsspeisen und Getränke ohne die Energiebelastung von Zucker zu ermöglichen, wurden in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von Sástoffen entwickelt. Diese Zutaten haben eine sehr hohe Sákraft im Vergleich zu Zucker, so dass sie in geringen Mengen verwendet werden können, um Nahrungsmitteln und Getränken das gewnschte Maá an Sáe zu verleihen, während sie sehr wenig oder gar keine Energie zum Endprodukt beitragen.

Appetit auf Sáe von frhen Lebensjahren bis zum Erwachsenenalter

Die Forschung deutet darauf hin, dass die Vorliebe fr die Sáe schon vor der Geburt vorhanden ist. Ein paar Stunden nach der Geburt und vor der ersten Ftterungserfahrung reagiert das menschliche Neugeborene auf die Wahrnehmung einer sáen Lösung durch eine charakteristische "Gesichtsreaktion". Experten glauben, dass die angeborene Akzeptanz von sáen Reizen und Ablehnung von Bitteren sich durch natrliche Evolution entwickelt haben und einen adaptiven Vorteil darstellte, wenn schon die Jngsten darauf vorbereitet sind, spontan Energiequellen zu akzeptieren und potenziell toxische Bitterstoffe abzulehnen.

Darstellung: Kindliche Gesichtsreaktion


Während alle Menschen unmittelbar nach der Geburt die gleiche Reaktion auf Sáe zeigen, wird sich die Vorliebe fr sáe Produkte mit der Zeit ändern und wird sehr idiosynkratisch (individuell und eigen). Studien zu Geschmacksvorlieben bei Säuglingen zeigen, dass sich die Präferenzen eines Individuums im ersten Lebensjahr schnell entwickeln. Die Attraktivität der sáen Produkte bleibt hoch, aber andere Geschmacksrichtungen werden allmählich akzeptiert. Mit einem Jahr hat das menschliche Kind bereits eine individuelle Hierarchie von Vorlieben und Abneigungen entwickelt.

Im Laufe der Kindheit ist Sáe sehr attraktiv: Die beiden Hauptmerkmale, die die Annahme eines Lebensmittels durch ein junges Kind bestimmen, sind Vertrautheit und Sáe. Parallel zum Kennenlernen von verschiedenen Lebensmitteln sinkt die Lust auf Sáe spontan während des Wachstums. Bei den Jugendlichen ist die bevorzugte Intensität der Sáe niedriger als bei den jngeren Kindern, und sie ist bei Erwachsenen niedriger als bei den Jugendlichen. Der starke Appetit auf sáe Speisen bei jungen Menschen wird als Antwort auf die hohen Anforderungen an Energie fr das Wachstum betrachtet. Dies stimmt mit der Hypothese berein, dass die Präferenzen fr höhere Saccharose-Konzentrationen bei Jugendlichen mit gröáeren linearen Wachstumsraten einhergehen.

Der Appetit auf Sáe ist auch bei den meisten Erwachsenen vorhanden, obwohl groáe interindividuelle Unterschiede sowohl im bevorzugten Level der Sáe in vertrauten Produkten, wie auch bei verschiedenen sáen Lebensmitteln und Getränken bestehen.

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