Kalorienarme Süßstoffe und Insulinempfindlichkeit: keine Nebenwirkungen beim Menschen bestätigt

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on email

ISA Stellungnahme als Reaktion auf eine neue Studie von Malbert et al.

Brüssel, 26. Juli 2019: Die International Sweeteners Association (ISA) reagiert auf eine neue Studie von Malbert, Horowitz und Young über kalorienarme Süßstoffe und Insulinempfindlichkeit1 und verweist auf die Grenzen dieser Studie und auf den Umfang an stabilen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die keine negativen Auswirkungen des Konsums von kalorienarmen Süßstoffen auf die Insulinempfindlichkeit zeigen.

Im Gegensatz zur Studie von Malbert et al., die an Miniaturschweinen durchgeführt wurde, liefern die Sammelnachweise aus randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) und aus systematischen Überprüfungen von RCTs, die am Menschen durchgeführt wurden, starke Hinweise darauf, dass kalorienarme Süßstoffe einschließlich Sucralose und Acesulfam-K keine erhöhte Aufnahme von Glucose nach einer Mahlzeit verursachen und die Blutzuckerkontrolle und Homöostase nicht negativ beeinflussen.2,3 Mehrere kürzlich veröffentlichte klinische Studien zeigen weiterhin keine negativen Auswirkungen des Verzehrs von Süßstoffen mit niedrigem Kaloriengehalt auf die Insulinsensitivität.4,5,6 Wichtig ist auch, dass die Vorteile von Süßstoffen mit niedrigem Kaloriengehalt bei der Diabetesbehandlung dadurch zum Tragen kommen, dass sie im Gegensatz zu Zucker den Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr nicht erhöhen, wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) erkannt.7

Wenn man sich die Ergebnisse der Studie von Malbert et al. genauer ansieht, ist es entscheidend, im Hinterkopf zu behalten, dass es sich um eine kleine Tierforschung in krankhaft fettleibigen Miniaturschweinen handelt, die unter bestimmten experimentellen Bedingungen durchgeführt wird, die nicht unbedingt in der Praxis für den Menschen gelten. Im Allgemeinen ist bei der Extrapolation von Daten aus Tierversuchen auf den Menschen Vorsicht geboten, wenn es um Auswirkungen auf die Glukosehomöostase und die körperliche Zusammensetzung geht, zumal keine der vorgeschlagenen Wirkungen von kalorienarmen Süßstoffen beim Menschen bestätigt wurde.8

Hinsichtlich der Auswertung der Studienergebnisse ist die Bedeutung dieser Ergebnisse fraglich, da die Ganzkörperinsulinempfindlichkeit und die Glukoseaufnahme durch die Supplementierung mit kalorienarmen Süßstoffen unverändert geblieben sind. Auch die beobachtete Zunahme der Glukoseaufnahme in einigen tierischen Organen, die nach Ansicht der Autoren ein Phänomen ist, das bei der Gewichtszunahme bei adipösen Tieren und Menschen auftritt, führte nicht zu einer Erhöhung des Körpergewichts der Tiere.

In einer Zeit, in der Fettleibigkeit und nicht übertragbare Krankheiten wie Diabetes nach wie vor große globale Gesundheitsherausforderungen darstellen und die Gesundheitsbehörden die Lebensmittelhersteller ermutigen, Zucker zu ersetzen und Kalorien zu reduzieren, ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit zuverlässige wissenschaftlich fundierte Informationen über die Sicherheit und den Nutzen von Süßstoffen erhält, die von den Lebensmittelsicherheitsbehörden und Gesundheitsorganisationen weltweit unterstützt werden.

Verwendet in Lebensmitteln, Getränken und Tabletop-Süßstoffen, können kalorienarme Süßstoffe wie Acesulfam-K und Sucralose den Menschen eine große Auswahl an kalorienarmen oder kalorienarmen Geschmacksoptionen bieten und können daher ein nützliches Werkzeug sein, wenn sie anstelle von Zucker und als Teil einer ausgewogenen Ernährung verwendet werden, um die allgemeine Zucker- und Kalorienaufnahme zu reduzieren und den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Kalorienarme Süßstoffe sind auch nicht kariogen, was bedeutet, dass sie nicht zur Karies beitragen.8

  1. Malbert, CH., Horowitz, M. & Young, R.L. Low-calorie sweeteners augment tissue-specific insulin sensitivity in a large animal model of obesity. Eur J Nucl Med Mol Imaging (2019). https://doi.org/10.1007/s00259-019-04430-4
  2. Grotz, VL, Pi-Sunyer X, Porte DJ, Roberts A, Trout JR. A 12-week randomized clinical trial investigating the potential for sucralose to affect glucose homeostasis. Regul Toxicol Pharmacol 2017; 88: 22-33
  3. Nichol AD, Holle MJ, An R. Glycemic impact of non-nutritive sweeteners: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Eur J Clin Nutr 2018; 72: 796-804
  4. Bonnet F, Tavenard A, Esvan M, et al. Consumption of a carbonated beverage with high-intensity sweeteners has no effect on insulin sensitivity and secretion in nondiabetic adults. J Nutr 2018; 148: 1-7
  5. Engel S, Tholstrup T, Bruun JM, Astrup A, Richelsen B, Raben A. Effect of high milk and sugar-sweetened and non-caloric soft drink intake on insulin sensitivity after 6 months in overweight and obese adults: a randomized controlled trial. Eur J Clin Nutr 2018; 72: 358-366
  6. Thomson P, Santibañez R, Aguirre C, Galgani JE, Garrido D. Short-Term Impact of Sucralose Consumption on the Metabolic Response and Gut Microbiome of Healthy Adults. British Journal of Nutrition 2019 July 1: 1-23.
  7. The European Food Safety Authority (EFSA) has concluded that: “Consumption of foods/drinks containing intense sweeteners instead of sugar induces a lower blood glucose rise after their consumption compared to sugar-containing foods/drinks” and that: “Consumption of foods/drinks containing intense sweeteners instead of sugar contributes to the maintenance of tooth mineralisation”. EFSA Scientific opinion on the substantiation of health claims related to intense sweeteners. EFSA 2011 Journal 9(6): 2229, and 9(4): 2076
  8. Renwick AG, Molinary SV. Sweet-taste receptors, low-energy sweeteners, glucose absorption and insulin release. Br J Nutr 2010; 104: 1415-1420