Kalorienarme Süßstoffe, die nicht mit einem erhöhten Diabetesrisiko verbunden sind

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ISA Stellungnahme als Reaktion auf eine neue Studie von Drouin-Chartier et al.

Brüssel, 4. Oktober 2019: Nach der Veröffentlichung einer Studie von Drouin-Chartier et al. über einen hypothetischen Einfluss des Konsums kalorienarmer/kalorienfrei gesüßter Getränke auf das Risiko von Typ-2-Diabetes ,1 weist die International Sweeteners Association (ISA) auf den eher Beobachtungscharakter und damit die Einschränkungen dieser Studie hin, wie auch von den Autoren anerkannt, und auf den Bestand an soliden wissenschaftlichen Beweisen, die den Konsum von kalorienarmen/freien Süßungsmitteln bestätigen, die das Risiko von Diabetes nicht erhöhen.

In einer Zeit, in der Fettleibigkeit und nicht übertragbare Krankheiten wie Diabetes nach wie vor große globale Gesundheitsherausforderungen darstellen und die Gesundheitsbehörden die Lebensmittelhersteller ermutigen, Zucker zu ersetzen und Kalorien zu reduzieren, ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit mit zuverlässigen, wissenschaftlich fundierten Daten über die Sicherheit und den Nutzen von kalorienarmen/freien Süßstoffen informiert wird, auch bei der Behandlung von Blutzucker und Diabetes, die von Lebensmittelsicherheitsbehörden und Gesundheitsorganisationen weltweit unterstützt wird.2,3,4,5

Beobachtungsstudien sind naturgemäß nicht in der Lage, einen kausalen Zusammenhang nachzuweisen und müssen kritisch interpretiert werden, da Restverwirrung und umgekehrte Verursachung die beobachteten Assoziationen beeinflussen können.6 Dies wird auch von den Autoren im Beitrag von Drouin-Chartier et al. erkannt, die erklären, dass diese Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen, da umgekehrte Verursachung oder Überwachungsvorurteile den vorgeschlagenen Zusammenhang beeinflussen können zwischen dem Konsum von kalorienarm/frei gesüßten Getränken und dem Risiko von Diabetes. Tatsächlich ist es wahrscheinlich, dass Menschen mit erhöhtem Diabetes-Risiko zu kalorienreduzierten/freien Getränken wechseln, um ihr Körpergewicht zu kontrollieren, und das Vorhandensein dieser Beeinträchtigung kann auch die Intensität der berichteten Beziehung überschätzen.

Tatsächlich wies die von der WHO unterstützte systematische Überprüfung durch Toews et al. auch darauf hin, dass die Ergebnisse von Beobachtungsstudien über die gesundheitlichen Auswirkungen von kalorienarmen/freien Süßstoffen mit Vorsicht interpretiert werden müssen und dass bei dieser Art von Studien auf die plausible Residualverfälschung sowie die umgekehrte Kausalität zu achten ist.7

Andererseits liefern die Ergebnisse von kontrollierten Eingriffsstudien am Menschen die zuverlässigsten Daten zur Bewertung des potenziellen Nutzens und der Auswirkungen von kalorienarmen/freien Süßstoffen auf messbare Ergebnisse wie Körpergewicht und Blutzuckerkontrolle und gelten daher als Nachweis für höhere Qualität. Die Sammeldaten aus kontrollierten Studien an Tieren und Menschen unterstützen konsequent die Behauptung, dass kalorienarme/freie Süßstoffe weder zu Gewichtszunahme noch zu einer Störung der Blutzuckerkontrolle führen oder andere negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben.8,9

Kalorienarme Süßstoffe, die in Lebensmitteln, Getränken und Tabletop-Süßstoffen verwendet werden, können Menschen, auch solche mit oder ohne Diabetes, eine große Auswahl an süßen Geschmacksoptionen mit geringem oder ohne Kalorienanteil bieten und so ein nützliches Hilfsmittel sein, wenn sie anstelle von Zucker und als Teil einer ausgewogenen Ernährung verwendet werden, um die Gesamtzucker- und Kalorienaufnahme zu reduzieren und den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Kalorienarme Süßstoffe sind auch nicht kariogen, was bedeutet, dass sie dnicht zur Karies beitragen.5

  1. Drouin-Chartier et al. Changes in Consumption of Sugary Beverages and Artificially Sweetened Beverages and Subsequent Risk of Type 2 Diabetes: Results From Three Large Prospective U.S. Cohorts of Women and Men. Diabetes Care 2019;42:1-9
  2. http://www.fao.org/food/food-safety-quality/scientific-advice/jecfa/en/
  3. http://www.fda.gov
  4. http://www.efsa.europa.eu/en/topics/topic/sweeteners
  5. The European Food Safety Authority (EFSA) has concluded that: “Consumption of foods/drinks containing intense sweeteners instead of sugar induces a lower blood glucose rise after their consumption compared to sugar-containing foods/drinks”. EFSA Scientific opinion on the substantiation of health claims related to intense sweeteners. EFSA 2011 Journal 9(6): 2229, and 9(4): 2076
  6. Pyrogianni V and La Vecchia C. Letter by Pyrogianni and La Vecchia Regarding Article, “Artificially Sweetened Beverages and Stroke, Coronary Heart Disease, and All-Cause Mortality in the Women’s Health Initiative”. Stroke 2019; 50(6): e169
  7. Toews et al. Association between intake of non-sugar sweeteners and health outcomes: systematic review and meta-analyses of randomised and non-randomised controlled trials and observational studies. BMJ 2019; 364: k4718
  8. Rogers PJ, Hogenkamp PS, De Graaf C, Higgs S, Lluch A, Ness AR, Penfold C, Perry R, Putz P, Yeomans MR, Mela DJ. Does low-energy sweetener consumption affect energy intake and body weight? A systematic review, including meta-analyses, of the evidence from human and animal studies. Int J Obes. 2016;40:381–94
  9. Nichol AD, Holle MJ, An R. Glycemic impact of non-nutritive sweeteners: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Eur J Clin Nutr 2018; 72: 796-804