Kalorienarme/-freie Süßstoffe haben keine negativen Auswirkungen auf die Darmflora

Brüssel, 17. Juli 2026: Die International Sweeteners Association (ISA) begrüßt neue Forschungsergebnisse, die zu unserem Verständnis der Wechselwirkungen zwischen kalorienarmen/-freien Süßstoffen und der Darmflora beitragen. Die neue Studie von Blasche et al. sollte jedoch eher als mechanistische Screening-Studie betrachtet werden und nicht als Beleg dafür, dass kalorienarme/-freie Süßstoffe bei normalem Verzehr die Darmmikrobiota oder die menschliche Gesundheit beeinträchtigen.

Die Untersuchung wurde vollständig in vitro durchgeführt, unter Verwendung isolierter Bakterienkulturen und einer vereinfachten synthetischen mikrobiellen Gemeinschaft, die weder die Komplexität des menschlichen Darmökosystems nachbilden noch Faktoren wie die Physiologie des Wirts, die Ernährung und die Vielfalt der Mikrobiota berücksichtigen kann. Daher führen die unter diesen streng kontrollierten Bedingungen außerhalb des menschlichen Körpers beobachteten bakteriellen Reaktionen möglicherweise nicht zu bedeutsamen Veränderungen in der menschlichen Darmmikrobiota.

Ein weiterer zu berücksichtigender Aspekt ist, dass alle Süßstoffe in derselben Konzentration getestet wurden, obwohl es erhebliche Unterschiede hinsichtlich ihrer Aufnahme, ihres Stoffwechsels und ihrer Verarbeitung im menschlichen Körper gibt. Infolgedessen können die Konzentrationen, die den Dickdarm erreichen, bei den einzelnen Süßstoffen stark variieren, was bedeutet, dass die Versuchsbedingungen möglicherweise nicht die realen Expositionsmuster beim Menschen widerspiegeln.

Bemerkenswerterweise zeigte keiner der in dieser Studie getesteten, häufig konsumierten und zugelassenen kalorienarmen/-freien Süßstoffe – darunter Aspartam, Acesulfam-K, Cyclamat, Sucralose sowie die Steviolglykoside Steviosid und Rebaudiosid A – unter den Versuchsbedingungen nachweislich direkte Auswirkungen auf das Bakterienwachstum.Stattdessen beruhten die aussagekräftigsten mechanistischen Ergebnisse der Studie auf Isosteviol, einer Verbindung, die ein Derivat von Steviol ist und weder ein normaler Steviol-Metabolit noch selbst ein Süßstoff ist, wodurch die Relevanz dieser Ergebnisse für die typische Stevia-Exposition beim Menschen ungewiss ist. Darüber hinaus haben aktuelle randomisierte kontrollierte Studien gezeigt, dass der Verzehr von Steviolglykosiden im Vergleich zu den Kontrollbehandlungen keinen signifikanten Einfluss auf die Zusammensetzung der Darmflora, die mikrobielle Vielfalt oder die Konzentrationen kurzkettiger Fettsäuren im Stuhl hatte. Diese Daten vom Menschen deuten darauf hin, dass die in vereinfachten Labormodellen beobachteten Effekte nicht zwangsläufig zu bedeutsamen Veränderungen in der menschlichen Darmflora führen.

Die derzeitige Evidenzlage bestätigt weiterhin die Sicherheit zugelassener kalorienarmer/-freier Süßstoffe, sofern diese im Rahmen der festgelegten zulässigen Tagesdosen verzehrt werden.

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