Die langfristige Verwendung kalorienarmer Sástoffe beeinträchtigt nicht die Insulinresistenz, wie aus neuesten klinischen Forschungen hervorgeht

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Ein Interview mit Sara Engel und Anne Raben, Universität Kopenhagen, Dänemark, ber die Ergebnisse ihrer neuen Studie

In Zeiten in denen die Typ-2-Diabetes weltweit ansteigt und die Ernährung eine anerkannte Schlsselrolle im Umgang mit Diabetes einnimmt, ist die Veröffentlichung neuer Studien zur Untersuchung der Wirkung verschiedener Speisen und Getränke bei Risikomarkern der Typ-2-Diabetes von groáer Wichtigkeit. Innerhalb dieses Kontexts ist es fr den Internationalen Sástoff-Verband (ISA) eine groáe Freude, in diesem Artikel ein Interview zu fhren mit der Wissenschaftlerin und Doktorandin Sara Engel und Prof. Dr. Anne Raben, Fachbereich Ernährung, Körperaktivitäten Sport, SCIENCE, Universität Kopenhagen, Dänemark, erste bzw. letzte Autorin einer krzlich in der Europäischen Fachzeitschrift fr klinische Ernährung, erschienenen Studie mit dem Titel ?Die Wirkung von mit Milch und Zucker gesáte und kalorienfreie Einnahme von Erfrischungsgetränken auf die Insulinempfindlichkeit nach 6 Monaten bei bergewichtigen und fettleibigen Erwachsenen: Ein stichprobenartiger Kontrollversuch. ?1.

Um mehr ber diesen neuen Versuch zu erfahren, bei dem die Wirkung eines täglich hohen Konsums verschiedener Getränke (Milch, mit Zucker gesáte Getränke, kalorienarm gesáte Getränke und Wasser) ber einen Zeitraum von 6 Monaten auf Insulinempfindlichkeit und Risikomarkern fr Typ-2-Diabetes untersucht wurde, lesen Sie bitte das nachfolgende Interview mit Sara Engel und Anne Raben, in dem sie die Ergebnisse dieser neuen Studie kommentieren.

ISA: Was hat Sie motiviert, die Auswirkungen verschiedener Getränke auf Insulinempfindlichkeit zu untersuchen?
Sara Engel: Typ-2-Diabetes nimmt berall auf der Welt zu und als Wissenschaftlerin und Doktorandin im Bereich Menschliche Ernährung möchte ich besonders die Auswirkungen untersuchen, welche Nahrung wir bei der Entwicklung der Typ-2-Diabetes zu uns nehmen. Weiterhin motivierte es mich, dass bei der Studie Getränke verglichen werden, die täglich von vielen konsumiert werden, wodurch die Studie eine hohe praktische Relevanz und Anwendbarkeit fr die Verbraucher erhielt.

ISA: Welche 3 Schlsselbemerkungen wrden Ihrer Meinung fr Fachkräfte aus dem Gesundheitsbereich wichtig sein?
Sara Engel:

  • Ein 6-monatiger Verzehr teilentrahmter Milch wirkte sich auf die Insulinempfindlichkeit nicht anders aus als mit Zucker gesáte Erfrischungsgetränke und Wasser.
  • Im Vergleich kalorienfrei gesáten Erfrischungsgetränken ergab der Konsum von mit Zucker gesáter Erfrischungsgetränke nach 6 Monaten eine erhebliche Erhöhung der Gesamtkonzentration von Cholesterin und Triazyglizerin.
  • Die Studie deutet an, dass teilentrahmte Milch vorteilhaft im Vergleich zu mit Zucker gesáten Erfrischungsgetränken hinsichtlich der Wirkung auf CVD-Risikomarkern ist.

 

ISA: Was sagen Ihre Ergebnisse in Bezug auf den Verbrauch kalorienarm gesáter Getränke aus?
Sara Engel: Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Konsum kalorienarm gesáter Getränke vorteilhaft im Vergleich zu mit Zucker gesáten Getränken ist, die eine gegenteilige Wirkung auf die CVD-Risikomarker hatten. Desweiteren wird festgestellt, dass der Konsum kalorienarm gesáter Getränke nicht anders auf die Insulinempfindlichkeit wirken als Milch, Wasser und mit Zucker gesáte Erfrischungsgetränke nach einer 6-monatigen Einnahme.

ISA: Wie ergänzt diese Untersuchung die Ergebnisse einer frheren Veröffentlichung Ihres Teams durch Maersk et al?
Sara Engel/Anne Raben: Unser Team zeigte frher, das ein 6-monatiger Konsum mit Zucker gesáter Erfrischungsgetränke ektopische Fettablagerungen im Vergleich zu anderen Getränken erhöhte 2, aber unerwartet zeigte dies keine gegensätzliche Wirkung auf die Insulinempfindlichkeit in dieser Gruppe mit bergewichtigen und fettleibigen Erwachsenen. Interessanterweise gab es auch keine Abweichungen beim Gesamtkörpergewicht.

ISA: Alle zur Verfgung stehenden Nachweise zusammengenommen, was wird durch die Wissenschaft hinsichtlich der Verwendung kalorienarmer Sástoffe bestätigt?
Anne Raben: Gegenwärtig kann nicht nachgewiesen werden, dass die Verwendung kalorienarmer Sástoffe irgendwelche nachteiligen Auswirkungen auf den Appetit oder die Regulierung des Körpergewichts, die Gesundheit des Stoffwechsels oder Risiken hinsichtlich CVD und T2D hat. Im Gegenteil, die erhaltenen Nachweise zeigen eine vorteilhafte Wirkung verglichen mit Sucrose und in manchen Fällen sogar mit Wasser.

  1. Engel S, Tholstrup T, Bruun JM, Astrup A, Richelsen B, und Raben A. Die Wirkung von mit Milch und Zucker gesáte und kalorienfreie Einnahme von Erfrischungsgetränken auf die Insulinempfindlichkeit nach 6 Monaten bei bergewichtigen und fettleibigen Erwachsenen: Ein stichprobenartiger Kontrollversuch. Eur J Clin Nutr 2017; doi:10.1038/s41430-017-0006-9
  2. Maersk M, Belza A, St?dkilde-J?rgensen H, Ringgaard S, Chabanova E, Thomsen H et al. Mit Sucrose gesáte Getränke erh”hen die Fettspeicherung in Leber, Muskeln und viszeralen Fettdepots: Eine 6-monatige stichprobenartige Interventionsstudie. Am J Clin Nutr 2012; 95: 283-289