Brüssel, 2 Juli 2026: Eine neue Veröffentlichung in Nutrición Hospitalaria präsentiert die Ergebnisse des 1. Lateinamerikanischen Wissenschaftlichen Forums zu kalorienarmen/-freien Süßstoffen. Sie vereint führende wissenschaftliche Expertise zu einem Thema, das für die öffentliche Gesundheit in der Region von zentraler Bedeutung ist: die Reduzierung einer übermäßigen Zuckeraufnahme. Die Studie beleuchtet die Rolle von kalorienarmen/-freien Süßstoffen und fordert eine verstärkte regionale Forschung sowie evidenzbasierte politische Maßnahmen.
Das Forum, das im November 2025 von der Iberoamerican Nutrition Foundation (FINUT) und der Marista-Universität von Mérida in Mexiko mit Unterstützung der International Sweeteners Association (ISA) organisiert wurde, brachte 25 Wissenschaftler aus ganz Lateinamerika und der ganzen Welt zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse zu bewerten und Prioritäten für die Region zu bestimmen.
Die Experten bestätigten erneut, dass zugelassene kalorienarme/-freie Süßstoffe innerhalb der festgelegten Aufnahmegrenzen sicher sind und dazu beitragen können, den Zuckerkonsum zu reduzieren. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da die Zuckereinnahme in ganz Lateinamerika weiterhin über den empfohlenen Werten liegt, was zu steigenden Raten von Fettleibigkeit und anderen nichtübertragbaren Krankheiten führen kann. Die auf dem Forum vorgestellten Erkenntnisse zeigten, dass der Ersatz von Zucker durch diese Zutaten neutrale oder leicht positive Auswirkungen auf das Körpergewicht und die kardiometabolische Gesundheit hat und im Rahmen einer gesunden Ernährung zur Gewichtskontrolle beitragen kann.
Die Publikation betont auch, wie wichtig es ist, wissenschaftliche Erkenntnisse richtig zu interpretieren. Die Unterschiede zwischen den Ergebnissen klinischer Studien und einigen Beobachtungsstudien lassen sich weitgehend durch methodische Einschränkungen erklären. Dazu gehören die umgekehrte Kausalität (Personen, die bereits ein höheres Risiko für Fettleibigkeit, Diabetes oder andere Gesundheitsprobleme haben, wählen möglicherweise eher Produkte mit kalorienarmen/-freien Süßstoffen) oder die Nichtberücksichtigung wichtiger Störfaktoren.
Wichtig ist, dass in dem Bericht darauf hingewiesen wird, dass der Konsum von kalorienarmen/-freien Süßstoffen in der gesamten Region weiterhin deutlich unter den festgelegten Sicherheitsgrenzwerten liegt. Gleichzeitig wird davor gewarnt, dass politische Maßnahmen, die auf diese Inhaltsstoffe abzielen und ohne fundierte Folgenabschätzungen eingeführt werden, unbeabsichtigte Folgen haben könnten, wie beispielsweise die Verhinderung von Produktneuformulierungen oder eine Verlagerung des Konsums hin zu zuckerreicheren Alternativen.
Mit Blick auf die Zukunft fordern Experten mehr Investitionen in qualitativ hochwertige Forschung und eine bessere Überwachung der Ernährungsgewohnheiten in der Region. Sie betonen zudem, dass Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit sich an der Gesamtheit der wissenschaftlichen Erkenntnisse orientieren sollten, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen und unbeabsichtigte Folgen zu vermeiden.